WLAN Roaming

WLAN Roaming mit Enduser Accesspoints

In diesem Artikel beschreibe ich, wie mit wenig Aufwand und zu Hause verfügbarer Hardware
WLAN Roaming eingerichtet werden kann.

Die Ausgangslage

Hat WLAN theoretisch eine sehr hohe Reichweite von bis zu 100 Metern, so nimmt die Reichweite in Gebäuden massiv ab.
Insbesondere in Häusern, die in Massivbauweise errichtet sind, kann die WLAN-Reichweite schon hinter der nächsten Wand massiv abnehmen.
insbesondere in mehrstöckigen Gebäuden mit Betonfußböden und Stahleinlage ist die Versorgung mit einem einzelnen WLAN-Accesspoint kaum umsetzbar.

Vor einiger Zeit habe ich begonnen, ein dreistöckiges Haus mit WLAN zu versorgen. Ursprünglich gab es genau einen Accesspoint, der sich im obersten
Stockwerk befand und mehr schlecht als Recht das oberste Stockwerk versorgt hat. Der Accesspoint trug die SSID „xeen“,
eine Hommage an die Spielwelt X.E.E.N. (Xylonite Experimental Environment Nacelle) aus der Spieleserie „Might and Magic“.

WLAN Setup 1
Ursprungssetup: Nur ein WLAN Zugangspunkt

 

Mehrere SSIDs in einem Gebäude

Der erste Versuch, die WLAN-Reichweite zu erhöhen, hat sich als nicht praxistauglich erwiesen:

Im Erdgeschoss habe ich einen zweiten Accesspoint mit eigener SSID „maaguma“ installiert. In der Praxis bedeutete das allerdings folgendes:

Wenn man sich mit einem Handy durch die Stockwerke bewegte und dieses z.B. mit xeen verbunden ist, dann versuchte das Handy solange wie möglich Kontakt mit xeen aufrecht zu erhalten. In einem anderen Stockwerk angekommen hat es theoretisch noch Verbindung, diese ist aber so instabil, dass sie nicht brauchbar ist.
Wenn dem Nutzer auffällt, dass die Verbindung schlecht ist, muss er die alte Verbindung manuell unterbrechen und mit dem stärkeren Netz verbinden.

Weiterhin bot die Lösung zwar WLAN im unteren und im oberen Stockwerk, aber nicht zuverlässig im mittleren Stockwerk welches keinen Accesspoint besaß.

setup2

WLAN Roaming

Nachdem das Konzept: „Mehrere SSIDs“ gescheitert ist, boten Internetforen die Lösung: WLAN Roaming.

Das Konzept von WLAN Roaming ist, das mehrere WLAN-APs mit leicht überlappender Reichweite aufgesetzt werden. Wechselt ein Endgerät
den Standort, baut es automatisch eine Verbindung zu dem jeweils nächsten WLAN-Endpunkt auf. Die Netzwerkverbindung wird im Idealfall nicht unterbrochen. WLAN Roaming gibt es in der professionellen Variante „Aktives Roaming“, bei der ein Server die Funkzellen verwaltet und als „Clientseitiges Roaming“, bei dem die Endgeräte selbsttätig die Funkzellen wechseln.

Poor Man’s WLAN Roaming

Ich habe clientseitiges WLAN Roaming mit einfachen Enduser-Accesspoints implementiert, mit bereits vorhandener und teilweise ausgemusterter Hardware. Als Accesspoints habe ich folgende Hardware verwendet:

  • Einen Telekom Speedport DSL-Router W724V
  • Einen Access Point Zyxel WAP 3205 V2
  • Einen älteren TP-Link RL-WR841N mit der alternativen Firmeware OpenWRT

Zu den bereits vorhanden Accesspoints kam ein weiterer im mittleren Stockwerk hinzu. Alle Access Points sind über einen Switch mit dem DSL-Router verbunden.

Wie man WLAN Roaming konfiguriert

Alle 3 Accesspoints bekamen:

  • dieselbe SSID „xeen“
  • dieselbe Verschlüsselungsmethode WPA2 mit demselben Passwort.
  • den selbe Verschlüsselungsalgorithmus CCMP, soweit wählbar.
  • unterschiedliche Funkkanäle (1, 6, 11)
  • statische IP-Addressen, außerhalb der Vergaberange des DHCP-Servers.

Ich habe alle Accesspoints über einen Switch mit dem Speedport verbunden, welcher gleichzeitig als DSL-Router funktioniert.

Setup 3 - WLAN Roaming
3 Access Points, konfiguriert für WLAN Roaming

Besondere Beachtung fand der mit OpenWRT geflashte TP-Link Router. Da dieser ein Router mit eigenem DHCL-Server, DNS-Server und WAN-Port ist, musste ich ihn zum reinen Accesspoint umkonfigurieren. Ich habe alle Dienste abgeschaltet und den Router über den eingebauten Switch mit dem Netz verbunden. Den WAN Port habe ich freigelassen.

TP-Link mit OpenWRT
Screenshot der WLAN-Konfiguration vom TP-Link RL-WR841N mit OpenWRT Firmware

 

Optimierungen und offene Probleme

Nachdem das WLAN lief, habe ich noch die benachbarten Funkzellen auf die Frequenzen überprüft. Dazu ist die Android App Wifi Analyzer sehr gut geeignet.

Das Ergebnis war überraschend:
Nahezu alle Nachbar-WLANs benutzen entweder die Frequenzen 1,6 oder 11!
Um Kollissionen zu vermeiden, habe ich die Frequenzen der Router auf 2,5 und 10 geändert, hier ist bisher alles frei.

Ein offenes Problem gibt es noch: Bei WLAN-Geräten weigert sich der im Speedport eingebaute DHCP-Server sporadisch, IP-Addressen zu verteilen. Ich vermute allerdings den Speedport als Ursache des Problems.

Fazit

In einem Haus mit mehreren Stockwerken ist die Leistungsfähigkeit eines einzelnen WLAN-Accesspoints schnell erreicht. Mehrere Accesspoints mit unterschiedlichen SSIDs sind in meinem Anwendungsfall nicht praktikabel.

Meine Erfahrungen mit dem selbstbau WLAN-Roaming-Netz aus teilweise Althardware sind bisher gut. Man kann mit dem Handy durch das Haus gehen, ohne daß die Verbindung abbricht. Wenn ein Endgerät über die WPS-Taste hinzugefügt wird, funktioniert es mit allen Accesspoints.

Das System hat allerdings auch Grenzen:

  • Die Lösung ist natürlich keine professionelle Lösung. Es handelt sich um Consumer-Accesspoints mit allen Einschränkungen.
  • Die WLAN-Passwörter müssen in allen Geräten identisch eingegeben werden.
  • WLAN-Zeitschaltungen lassen sich systembedingt nur gerätespezifisch schalten.
  • Die Performanz ist mäßig, da ausschließlich der Speedport das schnelle WLAN nach AC-Standard unterstützt. Sowohl der Zyxel, als auch der TP-Link unterstützen nur die WLAN-Standards B/G/N.

 

 

 

 

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Vorstellung Wacom Intuos Draw S

Das Wacom Intous Draw S

Manchmal ist es so, dass man sich lange zuvor über die Eigenschaften eines Produktes
informiert, liest und dennoch die Qualität erst dann beurteilen kann, wenn man es in der Hand hat.
Genau so ist es bei dem Digitalisierungstablett Wacom Intuos Draw S.

Als Laie und Gelegenheitsmaler kenne ich das Arbeiten mit dem „klassischen“ Papier und
Farbstiften und habe bisher soweit möglich mit der Maus gearbeitet. Allerdings ist das Zeichnen mit
der Maus nahezu unmöglich und das Vorzeichnen auf Papier, einscannen und nachziehen nicht akzeptabel.

Wacom ist im Bereich der Digitalisierungstabletts der Platzhirsch in der Branche.
Ich finde erstaunlich, dass diese Technologie relativ wenig kopiert wird, laut Amazon gibt es auch wenige
alternative Hersteller, die Bewertungen der Alternativprodukte scheinen mir aber sehr gemischt.

Da ich mal wieder zeichnen möchte und mich die Digital Art interessiert, habe ich mir
das Wacom Intuos Draw bestellt. Hier mein Erfahrungsbericht der ersten Stunden Benutzung.

Die Intuos Reihe – Welches Wacom soll es sein?

Wacom bietet bei den displaylosen Digitalisierungstabletts zwei Klassen, die professionelle „Intuos Pro“ Reihe, sowie
die für den Hobby- bis semiprofessionellen Bereich ausgelegte „Intuos“ Reihe.

In der Intuos Reihe werden die Tablets „Draw“, „Art“, „Photo“ sowie „Comic“ angeboten.
Jedes der Tablets scheint sich an eine spezielle Zielgruppe zu richten und das Intuos Art ist in unterschiedlichen Größen verfügbar.
Sehr verwirrend ist es, die Unterschiede zwischen den Geräten herauszufinden, die Unterschiede werden nicht klar bei Wacom herausgestellt.
Eine Recherche im Internet hat herausgestellt, dass es folgende Unterschiede zwischen den Tablets gibt:

  • Die Multitouch-Fähigkeit (Das Draw ist nicht multitouchfähig, alle anderen schon)
  • Die Farbverfügbarkeit
  • Die Größe (Einige Tablets gibt es in dem größeren Format „M“)
  • Die mitgelieferte Grafiksoftware

Ich habe mich für das kleinste und günstigste Modell, dem „Intuos Draw S“ entschieden. Die Gründe waren:

  • Wenig Erfahrung / ich konnte nicht einschätzen ob sich ein größeres Modell wirklich lohnt
  • Die Tatsache dass ich entsprechende freie Software nutzen möchte (GIMP und Krita)
  • Der Preis

Auspacken und erster Eindruck

Das Wacom Intuos Draw S kommt ordentlich eingepackt in einem Pappkarton. Der Inhalt besteht aus mehreren
Schachteln, die wiederum die Teile beinhalten. Mitgeliefert wird:

  • Das Tablet
  • Ein Eingabestift
  • Ein USB-Kabel
  • 3 Ersatzspitzen
  • Eine Treiber-CD
  • Eine Bedienungsanleitung

Das Tablet macht einen sehr wertigen Eindruck. Es verfügt über eine aktive Fläche von 152 x 95 mm sowie vier Schnelleingabetasten.
Der Eingabestift ist batterielos (gut!) und besitzt zwei Taster. Im Gegensatz zu dem Tablet, wirkt der Stift leider – wie ich finde – etwas billig
und ist auch sehr leicht. Gut finde ich wiederum, dass der Stift bei Nichtgebrauch in eine Schlaufe gesteckt werden kann.
Das USB-Kabel fällt mit 1,5m recht kurz aus und ist für meinen Zweck gerade noch lang genug. Wer allerdings einen großen Schreibtisch hat, für den
könnte das Kabel gegebenenfalls zu kurz werden.
Das Intuos Draw kommt ohne Wireless-Kit, dieses kann für 39,90€ dazu gekauft werden, ich habe allerdings darauf verzichtet. Auf der Rückseite
des Tablets befindet sich hinter einer Klappe Platz für das Wireless-Kit, und die Ersatzspitzen. Insgesamt
macht das Tablet auch hier einen durchdachten Eindruck.

Installation und Software

Die Installation gelingt bei Windows 10 einfach über die mitgelieferte Treiber-CD. Die Konfiguration des Tablets über die Systemsteuerung
ist sehr einfach.

Mit dem Tablet ist die Grafiksoftware ArtRage Light mitgeliefert. Leider gibt es kein Installationsmedium zur Software, sondern nur einen Produktkey,
den ich trotz Hinweisschild auf der Verpackung nicht sofort gefunden habe. Um Art Rage Light herunterladen zu können, muss man zusätzlich noch einen
Account bei Wacom anlegen und das Tablett registrieren. Das finde ich schade, ich hätte mir eine Installations-CD gewünscht.
ArtRage Lite ist ein recht einfach gehaltenes Zeichenprogramm, dass zwar nicht die Mächtigkeit von GIMP und Co. beherrscht, aber speziell auf die Simulation
von „klassischen“ Zeichenmedien optimiert zu sein scheint.
Da ich GIMP und Krita einsetzen möchte, ist Art Rage für mich nicht relevant.

Hands On

Nach dem Auspacken habe ich das Intuos Draw S nun seit ca. 10 Stunden im Gebrauch.
Das Wacom macht bei der Benutzung einen guten Eindruck, die Bedienung ist problemlos, die Druckerkennung über den Stift ist
präzise. Auch nach 10 Stunden intensiver Nutzung zeigen sich keine Kratzer auf der Oberfläche. Lediglich gegen das Licht gehalten,
kann man leichte Spuren auf stark frequentierten Bereichen erkennen.

Etwas unglücklich finde ich die Taster auf dem Stift, wiederholt ist mir passiert, dass ich versehentlich auf die Tasten gekommen bin.
Die aktive Fläche von 152 x 95 mm ist für meine Zwecke ausreichend, ich bin noch nicht aus dem Bildbereich herausgekommen
und habe das Gefühl, viel Platz auf dem Tablett zu haben.

Fazit

Zusammenfassend bin ich mit dem Wacom Intuos Draw S zufrieden. An ein paar Stellen könnte man sicherlich noch verbessern
(Haptik und Taster auf dem Stift), aber insgesamt macht das Tablet einen guten Eindruck.

Weiterführende Links

  1. Wacom Produktübersicht
  2. Wacom Intuos Draw S bei Amazon
  3. ArtRage Lite

 

 

 

 

Trainingsplan Logo

Projektvorstellung Trainingsplan

Projektvorstellung Trainingsplan

Ich stelle in diesem Beitrag die Trainingssoftware „Trainingsplan“ für Windows vor.

  • Projektlaufzeit: 2000 – 2008
  • Plattform: Microsoft Windows (95, 98, 2000, XP)
  • Technische Basis: C – Windows 32 API
Screenshot Trainingsplan 3.12
Screenshot Trainingsplan 3.12

Projektstart und Motivation

Im Jahr 2000 suchte ich eine Möglichkeit, meine Trainingstagebücher für mein Hobby Radsport zu führen. Der Radsport war zu dieser Zeit deutlich weniger technisiert, ich besaß nur einen Sigma Sport BC-1100 Radcomputer, das damalige Topmodell.

Trainingstagebuch wurde auf Papier fortgeschrieben. Die Papiertagebücher genügten mir nicht und auch Experimente mit Excel-Versionen waren nicht zufriedenstellend.
Es sollte möglich – wie ich fand – möglich sein, die Trainingseinheiten einzutragen und nach unterschiedlichen Kriterien  auszuwerten. Weiterhin hatte ich zu der Zeit meinen ersten offiziellen Programmierkurs in C und wollte dieses Wissen vertiefen.

Mein Fokus war ganz klar Radsport und Laufen. Weiterhin gab es eine „alternative Sportart“ für z.B. Schwimmen.

Eingabemaske Trainingsplan
Die Eingabemaske von Trainingsplan

To the Top

Während die ersten Versionen einen Fokus auf die Trainingstagebuchfunktionen hatten, kamen nach und nach Zusatzfunktionen
wie Standardstrecken oder eine grafische Trainingsplanung mit grafischen SOLL/IST-Abgleich hinzu.

Maske zur grafischen Trainingsplanung
Maske zur grafischen Trainingsplanung

Trainingsplan ging natürlich auch ins Internet. Es wurde zuerst in Shareware- und später in Freeware-Lizenz verbreitet und erfreute sich
großer Beliebtheit bei gleichgesinnten Sportlern. Besonders stolz war ich auf das Programm, als sich jemand die Mühe machte, einen Crack für Trainingsplan zu erstellen 😎 . Weiterhin erschien Trainingsplan wiederholt auf der c’t Software Kollektion.

Später hatte ich das Glück, dass ein engagierter Sportler und begeisteter Entwickler – Jörg Prohaska – das Projekt unterstützt hat.
Jörg hat das Programm sehr weitergebracht und viele coole Features entwickelt.

Projektende

Trainingsplan wurde bis in das Jahr 2008 weiterentwickelt und ist auch heute noch auf 32-Bit-Betriebssystemen lauffähig.
Es fanden keine Anpassungen an die neuesten Microsoft-Betriebssysteme mehr statt, ich denke die Zeit für Trainingsplan als
Windows-Programm war mit der Etablierung der Smartphones
auf dem Massenmarkt einfach vorbei.
Es befand sich eine Webversion „Trainingsplan 4.0“ in Planung, diese wurde aber nicht mehr umgesetzt.

Heute kann Trainingsplan immer noch unter Trainingsplan heruntergeladen werden.